Erfahrungsberichte Retreats

 

Erfahrungsberichte einiger Retreat-Teilnehmer:

Vishva-20150728Retreat, ich bin angemeldet und freue mich.
Warum gehe ich da eigentlich immer wieder hin?
Seit meiner Kindheit habe ich eine tiefe Sehnsucht nach Ewigkeit und Unendlichkeit, nach Momenten von Unbeschwertheit, Leichtigkeit und Eins sein. Durch Brüche in meinem Leben stellen sich diese Momente aber nicht mehr spontan ein. Was tun? Wo kann man über solche tiefen, existentiellen Sehnsüchte und Empfindungen sprechen, wo kann man geheimste Fragen stellen und Befürchtungen äußern und vor allem, wo bekommt man eine Antwort, die den Intellekt befriedigt, die Emotionen beruhigt und die Seele beflügelt?
Im Retreat mit Pyar begegnet mir all das.
Grundlage für die Satsangs sind Texte erleuchteter Meister unterschiedlicher spiritueller Traditionen. Pyar versteht es diese Meister lebendig werden zu lassen, aber vor allem atmet jedes Retreat Pyars unverwechselbare bestechende Klarheit, ihren Humor, ihre Zartheit und ihr unglaubliches Verstehen. Es herrscht eine Atmosphäre erstaunlicher Offenheit und Authentizität, wozu natürlich auch die anderen Menschen in hohem Maße beitragen. Oft stellt jemand eine Frage, die ich mich gerade überhaupt nicht getraut hätte zu fragen – wie hilfreich – oder es erzählt jemand etwas über sich selbst mit einer Ehrlichkeit, die mir die Tränen in die Augen treibt. Mir geht es so, dass ich mich immer tiefer fallen lassen kann und Vertrauen wächst, in mich selbst, in Pyar und die anderen Menschen, die diese Zeit mit mir teilen.
Alle versuchen eine Woche lang zu schweigen, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde und was mir auch leicht fällt. In meinem Beruf muss ich dauernd reden und kluge Antworten geben und ich finde es extrem entlastend wenn ich mir diesbezüglich keinen Kopf machen muss. Auch meine Kinder können mich nicht ununterbrochen zutexten und meine ganze Aufmerksamkeit beanspruchen. Die Wahrnehmung geht nach innen, man fällt auf sich selbst zurück und dabei entdeckt man schöne aber auch schmerzhafte Dinge.
Das Tolle ist, dass es Raum für alles gibt. Für Berührendes und für Schmerzhaftes, für Lustiges und Inspirierendes, für Erfreuendes und für Stille, für Nerviges und für Kritik. Allem wird mit Respekt und Achtung und Liebe begegnet. Das klingt vielleicht irgendwie unwahrscheinlich. Es ist aber meine Erfahrung.
Nach jedem Retreat fühle ich mich verändert und habe das Gefühl dem Ziel meiner Sehnsucht näher gekommen zu sein. In den Wochen nach dem letzten Mal spürte ich eine derartige Erleichterung in mir, dass es mir ging wie dem Eisernen Heinrich in Grimms Märchen wo es heißt:
„Heinrich der Wagen bricht!“
„Nein Herr, der Wagen nicht,
Es ist ein Band von meinem Herzen,
das da lag in großen Schmerzen.“
Diese Erleichterung trage ich mit mir in den Alltag und freue mich daran.

Vishva


NirupaRetreat mit Pyar

Bevor ich das erste Mal ein Retreat mit Pyar besuchte, war ich ihr schon in einem Satsang in meiner Stadt begegnet. Ich wurde von Pyar zutiefst berührt, von Stille – es war wie ein Aufatmen. Da war ein Raum in dem zutiefst das spürbar war, was unser Innerstes ist.

Als ich am Retreatplatz ankam, fühlte ich mich von Anfang an zuhause, obwohl ich nie dort gewesen war. Es hatte mich große Überwindung gekostet mich überhaupt zu einem Retreat anzumelden, weil ich noch nie ein Retreat besucht und auch die Ansammlung so vieler Menschen an einem Ort immer möglichst gemieden hatte. Ich war tief berührt, alle Menschen dort waren sehr herzlich und offen, und ich war schon in diesem Moment des Ankommens sehr dankbar, einfach da sein zu dürfen.
Es war für mich ein Genuss und sehr heilsam an diesem Ort zu sein, wo viele Menschen still miteinander sind. Ein so schönes und direktes Begegnen ist möglich wenn man nicht miteinander spricht, auch während der gemeinsamen Mahlzeiten zum Beispiel, es klappert und kaut und gleichzeitig ist da Nähe und gemeinsames Sein.
Zwischen Pyars Satsangs und den Meditationen ist viel Zeit zum Schlafen oder Spazieren gehen – auch diese Zeit ist sehr kostbar, da sich die Stille und alles Erfahrene in Ruhe ausbreiten und Wurzeln schlagen kann.
Ich war erstaunt, wie sympathisch mir diese Ansammlung von Menschen war, ich war erstaunt über die hohe Qualität dieser Sangha, also den Menschen um Pyar. Für mich ist die Art wie diese Menschen miteinander umgehen, wie sie zuhören, wie sie sprechen, einfach wie sie da sind auch ein Kriterium für die Qualität des Lehrers oder der Lehrerin.
Für mich war sehr schnell klar, dass ich mit Pyar lernen möchte, und es war klar, dass ich ihre Schülerin werden wollte, es eigentlich vom ersten Moment unserer Begegnung an war. Mein Leben hat sich radikal verändert, seit ich mit Pyar bin. Es fühlt sich an wie „in tiefer Liebe in einen klaren See des Glücklichseins schmelzen“.

Mein Leben ist einfacher geworden, freudiger.
Pyars Retreats sind mir inzwischen sehr kostbar geworden, weil es mich und alles um mich herum erfahrbar glücklicher macht und mir Möglichkeiten vermittelt, Stille, das Erfahren von Gewahrsein und eine sehr zarte ungebundene Freude die mein Handeln durchzieht immer weiter zu vertiefen, so dass ich mich auch im Alltag schneller „erinnere“ und eine andere Sicht einnehmen kann.
Pyar übermittelt oft anhand von Texten verschiedenster Herkunft und Traditionen und mit Hilfe verschiedener Meditationspraktiken direktes Erfahren und Erkennen. Sie gibt uns „Handwerkszeuge“ zur Hand mit denen wir üben können, gibt uns Mittel in die Hand, die uns helfen uns zu erinnern, uns zu öffnen, Erfahrenes zu vertiefen und zu verwurzeln was uns zutiefst zu eigen ist aber so leicht vergessen wird, da es immer wieder überlagert wird von Gewohntem, von letztlich Leid verursachendem.
Ich halte es für sehr sinnvoll in ein Retreat zu gehen, denn unser Leben ist so voll, und an allen Ecken und Kanten fordern uns komplexe Umstände heraus. Es bedarf nach meiner Erfahrung der Übung und Gewöhnung die Stille in uns zu etablieren, da die alten Gewohnheiten und Strukturen sehr stark und mächtig sind. Daher ist es sehr hilfreich, sich von Zeit zu Zeit eine „Auszeit“ zu schenken, in der wir uns ganz dem Innersten, der Meditation, der Stille, dem Großen zuwenden.

Nirupa


Kanta_jiVor vielen Jahren begann ich meinen Weg mit buddhistischer Meditation in einem Zentrum. Dort ging es einfach um Meditation und Methode – so etwas wie Erwachen war für Normalsterbliche nicht vorgesehen. Während eines Retreats in diesem Zentrum wurden die Teilnehmer gefragt, warum sie denn gekommen seien, und ich antwortete: „Weil ich Erleuchtung finden will.“ Darüber lachten alle herzlich, ohne mich weiter ernst zu nehmen, und so bin ich von dort weggegangen und habe nach und nach mit stiller Meditation aufgehört.

Es gab ja auch viel spannendere Dinge, z. B einen Freund, der von seinem eigenen „Erwachen“ berichtete. Von Ramana und „Wer bin ich?“. Puh, das wurde eine ziemlich krampfige Angelegenheit, herauszufinden, wer ich bin. Erleuchtungsstress würde ich mal dazu sagen…Mai

Dann traf ich einen Advaita-Lehrer. Er hatte ein Foto von Ramana in seinem Satsang und lehrte auch mit der „Wer bin ich?“-Frage. Dort fühlte ich mich sehr aufgehoben, besonders in der Stille, die entstehen kann, wenn man die Fragen des Lebens beiseite lässt. (Wer fragt?) Aber ich stellte fest, dass die Fragen des Lebens sich auf Dauer doch nicht so leicht beiseite schieben ließen. Nur Stille, das reichte auch nicht. In der Advaita-Szene galt: Es geschieht von selbst, Meditation ist nicht der Weg (man ahnt es vielleicht schon: wer meditiert?) Also habe ich auch dort nicht mehr meditiert. Soweit die Vorgeschichte.

Ich war nicht auf der Suche nach einer neuen Lehrerin, als ich Pyars Stadtsatsangs in Bielefeld besuchte. Pyar hatte mich zunächst auch gar nicht so besonders inspiriert, nur ein Satz ist hängengeblieben, den ich mir sogar aufgeschrieben hatte: „Wir müssen den Schmerz nicht mehr hinnehmen. Wir können etwas tun.“ Und an einem Abend in Bielefeld sagte Pyar: „Ihr könnt ja auch mal kommen, Ostern ist ein Retreat in Bayern.“ So fuhr ich zum Retreat nach Bayern, ohne wirklich zu wissen, was mich dort erwartete. Die Bielefelder Abende hatte Pyar bei meinen Besuchen frei, ohne Texte gestaltet. Also kannte ich eine Pyar, die „so daher spricht“, wie ich es von anderen Satsanglehrern kannte, und das erwartete ich auch im Retreat. Und dass in den Retreats auch meditiert wird, war mir vorher nicht klar.

Und so war ich dann über die Meditationen absolut überrascht, genau wie darüber, dass Pyar in den Satsangs unter anderem einen buddhistischen Text, „Den edlen achtfachen Pfad“, benutzte. „Ach, dieses langweilige Buddhisten-Zeugs“, dachte ich mir „damit habe ich ja schon vor Jahren abgeschlossen“. Aber etwas war doch anders:

Pyar hatte zu dieser Zeit gerade das Mantra von Achi, einer tibetischen Meisterin aus dem 11. Jahrhundert, die mit Windpferd und Mitgefühls herbei eilt, alle Wesen zu retten, neu kennengelernt. Sie versuchte, uns das Wesen Achis und das Mantra mit Worten und Gesang, mit Pferdegetrappel und Wiehern, auf ihre ganz eigene Art zu vermitteln – und da war mir plötzlich klar: Was sie da vermittelt, füllt sie selbst aus. Pyar ist Achi. Sie ist Achi und sie hat mich mit ihrem Mitgefühl schon eingefangen. So ein „Schlamassel“! Das hatte ich nicht gebucht und nicht erwartet. Sie hat mich eingefangen, ganz sicher nicht mit der Meditation oder dem edlen achtfachen Pfad, sondern mit — ich habe einfach so gestaunt über ihre Größe.

Egal welche Fragen aufkamen – praktische Frage zur Meditation, „Fragen des Lebens“, Fragen zu Raum und Stille, zur Methode, Fragen intellektueller Natur, sogar Fragen, die in meinen Ohren „Laberfragen“ waren, Fragen aus allen religiösen Ecken, alles hatte Raum in ihrem Herzen und in ihrem Geist, da schien kein Ende ihrer Kapazität des tiefen Wissens zu sein. Und ihre Antworten so einfach, so pragmatisch, so erdverbunden. — Puh, welche Erleichterung und welche Verwirrung über das Eingefangen sein durch Liebe und Mitgefühl. Die durch und durch spürbare Bodhisattva-Ausrichtung hat mich eingefangen und berührt mich immer wieder zutiefst.

— Wie soll man beschreiben, was in den Retreats zwischen all dem Sichtbaren geschieht? Egal, welche Texte großer Meister Pyar zum Lehren benutzt – die Sufitexte von Rumi sind schön, buddhistische Texte von Atisha sind schön, ebenso Worte von Jesus… Aber nicht schön wegen der Worte, sondern weil sie getränkt sind, weil all ihr Sprechen und Handeln von Weite, Liebe und Mitgefühl getränkt ist, von ihrer spürbaren Absicht, uns im Tiefsten zu erreichen, zu ermutigen, zu fordern. Kein bisschen weniger. —

Eine wichtige Auswirkung ist außerdem, dass sich viele spirituelle und therapeutische Missverständnisse, die sich im Laufe eines spirituellen Weges ansammeln, durch Pyars Art zu sein auflösen. Ich brauche nur hinzuschauen, hinzuhören, und plötzlich erfährt der Geist Korrektur, wie ein Einrenken von Wirbeln, die ja ihren eigentlichen Platz gut kennen. Man muss nur noch „ach ja“ sagen und sich schütteln.

Und noch eine Erkenntnis: Wie wunderbar – Wachsen besteht nicht ausschließlich in der Frage: Erwacht oder nicht, sondern im … die eigene Größe größer werden lassen, in jeder Hinsicht. Ob es um Stille und Mitgefühl, um Liebe oder pragmatisches Handeln geht: ein Retreat ist Ausrichtung finden für das Gehen des Weges, Ermutigung und Ermächtigung, Auftanken, Lasten ablegen, Landkarte aktualisieren, Wege korrigieren, anderen helfen und sich helfen lassen und sich bei allem an dem orientieren, was schon gelungen ist.

Kanta


Mitra_jiAuf mein erstes Retreat mit Pyar fuhr ich vor neun Jahren zu Ostern. Ich war weder jemals vorher auf einem Retreat gewesen, noch hatte ich meditiert und auch die meisten Menschen, außer Pyar, kannte ich nicht. Und obwohl ich mich auf diesem ersten Retreat zuerst einsam gefühlt habe und mich mit der Meditation und meinen aufkommenden Gefühlen rumgequält habe, ist doch der Funke übergesprungen.
Seither gehe ich jedes Jahr, oft mehrmals, in die Retreats mit Pyar.
Ich freue mich immer auf die Loferer Steinberge in Melleck, die mich in ihrer Erhabenheit schon durch so viele innere Stürme begleitet haben. Und es ist schön, mittlerweile ‚alte’ Freunde zu treffen, auch ohne Worte, mit ihnen still zu sein in den Meditationen, im Tanzen, im Feiern. Es ist wunderschön für mich, wenn Pyar uns an die Weisheitstexte der unterschiedlichsten spirituellen Traditionen heranführt und nicht aufhört, uns immer tiefer hineinzustupsen in die Weite und Wahrheit und auch das Nacktsein im eigenen Inneren. Und es berührt mich, wenn wir uns als Sangha unsere Ecken und Kanten, aber eben auch die verletzlichen und manchmal verletzten Stellen zeigen.
Auch wenn ich eigentlich auf jedem Retreat einmal an den Punkt komme, wo ich denke: „Was mache ich hier eigentlich, ich will lieber sofort nach Hause fahren“, sind diese Engführungen oft gerade die Punkte, wo mir im Hinschauen und Hindurchgehen ein Tiefergehen und die Transformation von alten Geschichten möglich wird, und hinter den gefürchteten Emotionen und Zuständen findet sich immer wieder größere Weite, Freude und Verbundenheit mit den Menschen und den anderen Wesen und eigentlich geschieht gerade da auch ein Nachhause kommen ganz anderer Art.
Auch der Raum für Meditation, gerade im Sommer-Retreat mit seinem Vipassana-Teil, ist so bereichernd und schön. Und nachdem ich mit und in der Meditation viel gerungen habe, erhasche ich jetzt zuweilen den Saumzipfel der Stille, und ich bin neugierig, manchmal auch etwas furchtsam, wie es da weitergeht. Pyar sagt manchmal: „Am End wird’s schee.“ Und eigentlich habe ich jetzt schon das Gefühl, dass es insgesamt immer schöner und leichter wird in mir, in der Meditation und auch im ganz ‚normalen’ Leben.

Mitra


Retreat bedeutet:

1) 5 bis 7 bis 10 Tage mit Pyar, der Meisterin und der Sangha im schönen Haus, in überwältigend schöner Natur. (Meistens mit Schafen!)

2) Üppige, gemeinsame Mahlzeiten und Begegnungen in Stille. (Bis ich der Versuchung erliege, einige Worte zu wechseln!)

3) Im Satsang:
Sprechen und Lauschen –
Begegnung mit Texten uralter und neuer Weisheit:
Pyars Worte hören – reinlassen – verstehen oder auch nicht (macht auch nichts!)
Nachfragen – oder auch nicht.
Genießen: die Schönheit und Poesie der Sprache.
Manchmal spontanes Begreifen.
Die Fragen oder Probleme, die manchmal auch meine sind, anderer Menschen hören, teilnehmen, Resonanz fühlen (oder auch nicht).
Antworten hören, die auch manchmal meine sind.

4) Unverzichtbar und untrennbar vom Satsang:
Musik, Singen, Tanzen und Lachen!

5) All dies eingebettet in unsere Meditationen in Gemeinsamkeit mit Pyar und den Freunden.

Retreat bedeutet mir:
Pyar, der Meisterin, den Sangha-Freunden und mir selbst in Offenheit und Liebe zu begegnen.
Das ist wie zuhause ankommen.
Das ist Glück und ein unglaubliches Geschenk!

Bhuma