Dimensionen der Bedingungslosigkeit

Dimensionen der Bedingungslosigkeit

Connection Special „Jenseits des Ego“ April 2003

Kennzeichen des Ego-Verstand-Mechanismus sind Kausalität, Bedingtheit und Handel. Da dieser Mechanismus nur in der horizontal denkt, ist er sehr einschränkt. Keine echte Intelligenz, keine Weisheit liegen ihm zu Grunde, sondern ein „wenn, dann“, ein „um zu“. Daraus entstehen Regeln und Bedingtheit: „Wenn ich… dann krieg ich….“

Funktioniert der Handel nicht, folgen oft Gefühle wie Schuld oder Minderwertigkeit – „wieder war ich nicht gut genug, nicht tüchtig genug“ – aber auch Wut, Enttäuschung oder Neid: „er hat… warum ich nicht?“ – Ein Reaktionsmuster mit zahlreichen Facetten: vieldeutig, unbestimmt und immer wieder überraschend.

Das bedeutet umgekehrt: Sobald der Einzelne bedingungslos ist, fällt das Ego auseinander. Bedingungslosigkeit trägt die Qualität der Raumhaftigkeit in sich. Bedingungslosigkeit existiert ohne Anfang, ohne Bestimmung, ohne Ursache. Das heißt: Wenn eure Großzügigkeit, eure Liebe, eure Entschlossenheit und Meditation bedingungslos sind, dann gibt es kein Ego, keinen Handel, kein Wollen. Dann macht ihr nicht Etwas aus Dem was Nichts und Alles ist.

Wenn ihr die Grenzenlosigkeit eures Selbst, der Liebe, der Großzügigkeit und der Geduld entdeckt, wenn sich die Dimension ins unbekannte Unendliche öffnet – dann haltet auch das nicht fest! In Großzügigkeit alles gehen zu lassen – das eröffnet neue Dimensionen, tiefe Hingabe, mehr Weisheit – ohne Wissen. Immer tiefer und weiter. Das ist der weglose Weg, ohne Anfang, ohne Ende, der Weg aller Buddhas. Und immer weiter: „Gegangen, hinüber gegangen, über Hinüber hinübergegangen, heil dem Gegangenen.”